Lesen mit BewegungSo kommen auch Lesemuffel in Schwung

2 Min. Lesezeit

Es gibt Kinder, die greifen freiwillig zum Buch, und es gibt Kinder, bei denen schon das Wort „Lesezeit“ ein Seufzen auslöst. Gerade diese Kinder brauchen besonders viel Übung, bekommen aber oft am wenigsten Freude daran. Lesen mit Bewegung kann hier den Unterschied machen: Wer beim Lesen aufstehen, springen oder etwas tun darf, liest plötzlich mit einem Ziel.

Warum Bewegung beim Lesen hilft

Beim Lesen mit Bewegung müssen die Kinder genau verstehen, was sie lesen, sonst wissen sie nicht, was sie tun sollen. Ein Satz wie „Hüpfe dreimal wie ein Hase“ ist nur dann umsetzbar, wenn er wirklich gelesen und erfasst wurde. So wird aus reinem Entziffern echtes Leseverstehen. Gleichzeitig bekommt der Körper die Pause, die viele Kinder nach längerem Sitzen brauchen.

Fünf Ideen für die Klasse

1. Bewegungssätze: Auf Karten stehen kurze Anweisungen. Die Kinder lesen still und führen die Bewegung aus. Die anderen raten, welcher Satz auf der Karte stand.

2. Lesestaffel: Im Raum hängen Satzkarten. Die Kinder laufen hin, lesen einen Satz, merken ihn sich und schreiben oder malen ihn am Platz.

3. Richtig oder falsch: Die Lehrkraft liest Aussagen zu einem Text vor. Bei richtigen Aussagen stehen die Kinder auf, bei falschen bleiben sie sitzen.

4. Wörter sammeln: Die Kinder lesen einen Text und dürfen bei jedem Tier, jeder Farbe oder jedem Wort mit einem bestimmten Buchstaben einmal klatschen.

5. Geschichte in Bewegung: Beim Vorlesen einer Geschichte macht die Klasse an bestimmten Stellen mit: Wenn der Wind weht, wiegen sich alle, wenn jemand rennt, laufen alle auf der Stelle.

Differenzierung ohne großen Aufwand

Lesen mit Bewegung lässt sich gut an verschiedene Lesestände anpassen. Leseanfänger bekommen kurze Sätze mit einfachen Wörtern, geübte Leser längere Anweisungen mit mehreren Schritten. Bild-Unterstützung hilft Kindern, die noch unsicher sind. Wichtig ist, dass alle Kinder gleichzeitig aktiv sind und niemand vor der Klasse vorlesen muss. Das nimmt gerade schwächeren Lesern den Druck.

Lesen mit Bewegung durchs Jahr

Besonders gut funktioniert bewegtes Lesen, wenn es zur Jahreszeit passt. Im Winter wird geschlittert, Schneebälle werden geformt und Schneemänner gebaut. Solche Bezüge machen neugierig und lassen sich gut mit Sachunterricht verbinden. Das Heft „Winterliches Lesen mit Bewegung“ in der Themenwelt Bewegung enthält dafür fertige Lesekarten und Übungen für Klasse 1 bis 4.

Häufige Fragen

Ab welcher Klasse funktioniert Lesen mit Bewegung?

Ab dem Ende der ersten Klasse, sobald die Kinder kurze Sätze erlesen können. Für Leseanfänger eignen sich einzelne Wörter mit Bildern.

Wie viel Zeit sollte ich einplanen?

Zehn Minuten reichen für eine Runde. Lesen mit Bewegung eignet sich gut als Einstieg in die Deutschstunde oder als Lesezeit am Wochenende vor den Ferien.

Hilft Lesen mit Bewegung auch beim Leseverstehen?

Ja. Weil die Kinder nur dann richtig reagieren können, wenn sie den Satz verstanden haben, wird Leseverstehen direkt geübt.

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